Er selbst behauptete, der Sohn des transsilvanischen Fürsten Franz II. Rakoczi zu sein: Der Graf von Saint Germain (1691/1712?−1784?). Schon zu Lebzeiten kursierten Gerüchte über seine Fähigkeiten als Alchemist und Zeitreisender, die schliesslich zu Legenden wurden. Dass der Graf auch ein hervorragender Geigenvirtuose und Komponist war, ist hingegen wenig bekannt.

Im  Zentrum des Programmes stehen dessen Sonaten für eine und zwei Violinen und Cello oder Cembalo. Sie wurden 1750 in London gedruckt, sind im spätbarocken  Stil geschrieben und überraschen mit eigenwilligen Melodien. Ergänzt wird das Programm mit einer weltlichen Kantate Georg Friedrich Händels (1665−1759).

Auszüge aus Memoiren von Zeitgenossen, u.a des legendären Schrifstellers und Frauenhelden Giacomo Casanova, erlauben uns einen Blick auf das Leben des sagenhaften Grafen.

Seit Jahrhunderten ist die Harfe das Nationalinstrument von Wales. Ihre Schönheit in Form und Klang zog seit jeher die Zuhörer in ihren Bann und liess zahlreiche Mythen und Sagen rund um das Instrument entstehen. Im späten 17. und 18. Jahrhundert gingen viele walisische Harfenisten nach London, wo sie nach und nach ihr grosses Repertoire an traditionellen walisischen Liedern mit populärer englischer Musik und Opernarien bereicherten. In der walisischen Nationalbibliothek in Aberystwyth befinden sich drei Bände mit walisischer Harfenmusik des 18. Jahrhunderts. Neben Solowerken und Transkriptionen bekannter Komponisten, wie Arcangelo Corelli, Antonio Vivaldi und Georg Friedrich Händel, finden sich auch Variationsreihen über walisische Lieder.

Durch die Musik der Harfenisten erzählt das Programm die Geschichte dieser historischen Personen und beschwört in Klängen und Erzählungen die sagenhafte Welt von Wales herauf.

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Weshalb Tarquinio Merula (1595−1665) seiner 1640 erschienen Sammlung mit Psalmen und Motetten den Namen «Pegaso» gab, wissen wir nicht. Auch darüber, wie diese Sammlung in den Besitz des Musikkollegiums von Winterthur kam, können wir nur mutmassen. Dass sie sich mit Sicherheit im Besitz des Kollegiums befand, entnehmen wir aber der Repertoireliste im Wappenbuch (1660) des Musikkollegiums.

Wie es klingt, wenn das Himmelspferd Pegasus seine Flügel ausbreitet, zeigen die Ensembles Ad Fontes und Lamaraviglia in diesem abwechslungsreichen Konzertprogramm. Neben Psalmen und Motetten erklingen Madrigale und instrumentale Werke Merulas, die während seiner Zeit am Warschauer Hof entstanden sind. Scherzi musicali und Instrumentalmusik von Claudio Monteverdi (1567-1643), Merulas berühmtem Zeitgenossen, sowie Volksmusik aus Venetien bereichern das Programm und zeigen, wie nah sich Volksmusik, höfische und sakrale Musik in dieser Zeit waren.

Ganz in der Tradition des frühen Winterthurer Collegium Musicum geniessen wir eine Pause mit Brot und Wein.

Ensemble Lamaraviglia©Jojo Kunz

In ihrem höchst unterhaltsamen Programm begeben sich Matías Lanz und Marius Leutenegger auf eine Reise über den Atlantik und zurück. Sie beleuchten dabei zahlreiche Aspekte der Exotik in der Cembalomusik des 18. Jahrhunderts: Die Jesuiten lockten Komponisten aus Italien in den Dschungel von Paraguay, in Paris spornte das Ausstellen von «edlen Wilden» Jean-Philippe Rameau zu Höchstleistungen an, und auch im aufstrebenden Nordamerika wurde fleissig am Cembalo experimentiert. Im Programm erklingen Cembalowerke von Jean-Philippe Rameau (1683-1774), Domenico Zipoli (1688-1726), James Hewitt (1770-1827) und anderen auf einem wunderschönen Cembalo, gebaut nach einem Modell von Pierre Donzelague aus dem Jahr 1711.

Samstag 26.02.2022, 18:30 Uhr

O WOULDST THOU KNOW WHAT SACRED CHARMES'

Musik des sagenumwobenen Grafen von Saint Germain

Mojca Gal, Barockvioline- Simone Anne Aeberhard, Blockflöten

Bruno Hurtado Gosalvez, Barockcello- Sebastian Mattmüller, Bariton

Thomas Leininger, Cembalo

Herzlich willkommen bei Musica Antigua, der Konzertreihe für Alte Musik!


In der fünften Saison der Musica Antigua-Konzertreihe frönen wir ungeniert der Lust am Exotischen, dem Sagenhaften und Mythischen sowie dem Unerwarteten in der Alten Musik.

Wir lernen die  Musik des schillernden transsilvanischen Grafen von Saint Germain kennen, der nicht nur als Komponist, sondern auch als Alchemist und Zeitreisender von sich reden machte.

IN DIE FERNE LAUSCHEN

Alte Musik - exotisch, sagenhaft, unerwartet

Eintritt Konzert

 40.-/ 35.- AHV /16.- in Ausbildung

Samstag 12.3.2022, 18:30 Uhr

Alter Stadthaussaal, Winterthur

NON BUT THE BRAVE

Sagenhaft historisch – Harfenmusik und Mythen aus Wales

Eintritt Konzert: 40.-/ 35.- AHV/ 16.- in Ausbildung g

Samstag  2.04.2022, 18:30 Uhr

Alter Stadthaussaal, Winterthur

PEGASO

Motetten, Canzonetten und Instrumentalmusik von Tarquinio Merula

und Claudio Monteverdi

UNTER PALMEN

Exotik in der Cembalomusik des 18. Jahrhunderts

Cembalo©Valentin_Rueegg
Matias Lanz

Jessica Jans, Sopran - Stephanie Boller, Mezzosopran

 Ivo Haun, Tenor  -  Jedediah Allen, Bass

Mojca Gal, Barockvioline- Simone Anne Aeberhard, Blockflöten

Bruno Hurtado Gosalvez, Barockcello - Nacho Laguna, Theorbe

Marius Leutenegger
Maximilian Ehrhardt© Ivan Barra
Flunkerfee Miriflu

Sonntag, 14.11.2021, 15:00 Uhr

MOZARTS KAFFEEHAUS

Flötenquartette für Kenner und Liebhaber

Karels_Quartett

„Sehr brillant, angenehm in die Ohren, ... , hie und da können auch Kenner allein Satisfaction erhalten, doch so, dass die Nicht-Kenner damit zufrieden sein müssen“. Mit diesen Worten fasst Mozart das Wesen seiner Konzerte in seinem Brief vom 28. Dezember 1782 zusammen. Gerade einem dieser Nicht-Kenner, dem deutschen Arzt und Amateur-Flötisten Dejean, verdanken wir Mozarts Flötenquartette, die er 1777 bei ihm in Auftrag gab. Obwohl für Amateure geschrieben, bedeuten sie auch heute eine Herausforderung für die besten Musikerinnen und Musiker.

Mozart war auch involviert in die Organisation sogenannter «Dilettanten Concerte», die ab 1782 im kaiserlichen Augarten in Wien stattfanden. Bewirtet von Franz Jahn, der auch das Kaffeehaus an der Himmelspforte 6 führte, vergnügte sich die feine Gesellschaft im Augartenpalais bis weit in den Nachmittag hinein. Das Quartett um Karel Valter präsentiert Mozarts Flötenquartette in gemütlicher und entspannter Kaffeehaus-Atmosphäre, an der bestimmt auch Mozart seinen Gefallen gefunden hätte.


Lust auf Spiel und Konversation? Unser Kaffeehaus auf Zeit öffnet seine Türen bereits um 13.30 und bleibt nach dem Konzert bis 18.00 geöffnet

.Eintritt Konzert inkl. Kaffee und Kuchen: 45.-/ 40.- AHV/ 16.- in Ausbildung

Version 2 (2)

Wir lassen uns von barocker Harfenmusik und mythischen Erzählungen ins sagenhafte Wales versetzen und tauchen ein in exotische Welten in der Cembalomusik des 18. Jahrhunderts. Zuletzt folgen wir mit Tarquinio Merulas Psalmen- und Motettensammlung „Pegaso“ einer unerwarteten Verbindung von Winterthur nach Venetien und entdecken so ein weiteres Stück Winterthurer Musikgeschichte. 


Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen!

Herzlich

Stephanie Boller

Künstlerische Leitung

Eintritt Konzert: 40.-/ 35.- AHV/ 16.- in Ausbildung

Eintritt Konzert: 40.-/ 35.- AHV/ 16.- in Ausbildung

Konzerte Winterthur 2021/2022

Ad Fontes©Aude_Freyburger